Unter Hobbygärtner geht der Geheimtipp hinsichtlich einer besonderen Erde um: „Terra Preta“ wird immer wieder genannt. Doch was ist das? Übersetzt man es aus dem Portugiesischen, bedeutet es schlichtweg nur „schwarze Erde“, doch das klärt nicht ganz das Geheimnis dieser Erde, die in den 60er-Jahren von Forschern entdeckt worden ist. Im Amazonas-Regenwaldgebiet gab es besonders fruchtbare Äcker mit dieser Erde und die Forscher gingen dem auf den Grund, weil der Regenwaldboden ansonsten nicht für besonderen Nährstoffreichtum bekannt war.
Die Indios hatten ein Geheimnis und wussten, wie man wertvolle Erde erhält
Das Geheimnis der schwarzen Erde konnte man zurückverfolgen bis auf die Indios, die Ureinwohner im Amazonas-Gebiet. Die damaligen Äcker der Indios wurden mit bestimmten Materialien durch die Indios angereichert:
- Kohlereste aus den Herdstellen der Indios
- Kompost
- Fermentiertes Gemisch aus Pflanzenresten und Dung
- Menschliche Fäkalien
Im Amazonasgebiet hat man manchmal auch noch Reste von Knochen und Fischgräten gefunden.

Im Amazonas-Gebiet wussten Indios schon früh, wie man besonders gute Erdqualitäten erreicht
Wo gibt es Terra Preta Böden auf der Welt?
Solche dunklen Böden kommen vor allen Dingen in den feuchten Tropen vor, z.B. in Brasilien, Kolumbien, Ecuador, aber auch in Französisch-Guayana). Die Böden sind aber auch angetroffen worden in Afrika, Indonesien und sogar in Schweden und Deutschland. Die Böden unterlagen häufig einer jahrhundertelangen Nutzung und Düngung.
Bei Forschungen hat man herausgefunden, dass die Pflanzenkohle in der Erde ca. 20% des Kohlenstoffs in der Erde ausmacht. Zur Erhalt der guten Bodenqualität sind jedoch Mikroorganismen und Nährstoffe notwendig.
Neuauflage von Terra Preta als Substrat
Heutzutage bieten Hersteller rund um die Welt eine Neuauflage dieser Erde an, aber ohne menschliche Fäkalien. Die heutigen Produkte dienen dem Humusaufbau und sollen eine deutlich höhere Bodenfruchtbarkeit erhöhen. Die im Substrat enthaltene pflanzenkohlenhaltigen Stücke haben eine grosse Oberfläche, auf der sich auch viele Mikroorganismen ansiedeln können. Gleichzeitig kann die trockene Kohle Wasser und andere Nährstoffe speichern. In der Kombination: Wasser, Mikroorganismen und Nährstoffe stellt dies eine gute Grundlage, um z.B. beim Kompostieren oder im Bokashi organische Abfälle einer Zweitverwertung zuzuführen, kann aber auch direkt im Garten – vermischt mit Erde genutzt werden.

Die CO2-Bilanz von Terra Preta ist deutlich besser als die des Torfes
Vergleichbar mit guten Torfsubstraten – aber mit besserer Klimabilanz
Agrarexperten vergleichen die „schwarze Erde“ mit sehr guten Torfsubstraten, aber dem Torf eine deutlich schlechtere Klimabilanz. Im Gegensatz zum Torf könne pro Kubikmeter über 500 Kilogramm CO2 gespeichert werden. Überdies erhöhe eine Beimischung in Böden die mikrobielle Aktivität und Biodiversität, was den Boden besser mache und dies von Jahr zu Jahr. Als vorteilhaft wird insbesondere dargestellt, dass die Pflanzenkohle in der Erde die organischen Nährstoffe besser speichern könne. Bei Bedarf werden diese dann z.B. an die Wurzeln von Pflanzen abgegeben, die dadurch besseres Wachstum versprechen. Pflanzen in solcher Erde können auch trockene Phasen leichter überstehen, weil die Erde Wasser besser speichern könne. Für Landwirte und Gemüse- oder Obstanbauer hat der Einsatz der Erde noch einen weiteren Vorteil: Die Lagerfähigkeit geernteter Obst-, Gemüse und Schnittblumen-Sorten wird deutlich erhöht, was daran liegt, dass die Spurenelemente und pflanzlichen Inhaltsstoffe reichhaltiger sind.
Weil das Substrat eine sehr hohe biologische Aktivität aufweist, ist auch die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen übliche Krankheiten, deutlich größer. Die Millionen eingesetzter Mikroorganismen bei der Herstellung des Substrates machen sich dadurch bezahlt.